Nachlese Next Steps: Künftige Sammlung von Textilien – Feb 2022

Am 3. Februar 2022 fand der Stakeholder Round Table zur Diskussion über neue Konzepte und Finanzierungslösungen in der Textilsammlung in Zusammenarbeit mit dem Projektpartner RepaNet – Re-Use- und Reparaturnetzwerk Österreich statt. Stakeholder:innen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft haben im Rahmen des Runden Tisches diskutiert und einander kennen gelernt.

Im Zentrum stand die Frage, welche Maßnahmen in Österreich – vor dem Hintergrund der maßgeblichen EU-Entwicklungen sowie der EU-Änderungsabfallrahmenrichtlinie 2018 – in Bezug auf Konzepte und Finanzierungslösungen in der Textilsammlung in die Wege geleitet werden müssen.

Der Runde Tisch wurde mit einem fachlichen Input zum vorangegangen Stakeholder-Prozess, dem Status Quo der Abfallvermeidung im Textilsektor auf europäischer und nationaler und den bereits diskutierten Maßnahmen zu Abfallvermeidung im Textilsektor eingeleitet. Danach wurden die Teilnehmenden in Kleingruppen unterteilt, um die folgenden drei Themenschwerpunkte im Rahmen eines Welt Cafés zu erörtern:

  • Flächendeckende Textilsammlung
  • Erweiterte Herstellerverantwortung
  • Das Verhältnis von Re-Use und Recycling

Die aufeinander aufbauenden Diskussionen resultierten in ein ausführliches Gesamtbild, wobei zum Beispiel die Vor- und Nachteile einer erweiterten Herstellerverantwortung und einer gemeinsamen Sammlung für Re-Use und Recycling und die Frage, welche Arten von Textilien getrennt werden sollten im Fokus standen. So wurde beispielsweise der möglicherweise positive Effekt der erweiterten Herstellerverantwortung auf die Finanzierung nicht Re-Use-fähiger Produkte diskutiert, andererseits die Sorge geäußert, dass diese aber auch zu Lasten von Re-Use gehen könnte. Bei der Frage um die flächendeckende Textilsammlung wurden verschiedene Herangehensweisen debattiert: Private Haushalte könnten Kleidung, Schuhe und (leichte) Heimtextilien sammeln oder zunächst nur Bekleidung und Schuhe, um dann im weiteren Schritt das System auszubauen und auf andere Fraktionen zu erweitern. Die Sammlung könnte modulartig strukturiert sein, wobei große Textilien wie Gepäckstücke oder technisches Material zu den Altstoffsammelzentren gebracht werden müssten bzw. eigene Sammel- und Verwertungsschienen bräuchten. Eine andere Option könnten Sammelkategorien analog zu Elektrogeräten sein. Jedenfalls wurde aber eine Trennung von Re-Use Produkten und zu recycelnden Textilien befürwortet.

Die Ergebnisse des Runden Tisches und des Stakeholder-Prozesses haben in sieben politische Handlungsempfehlungen resultiert:

  1. Unterstützung insbesondere von sozialwirtschaftlichen Abfallsammler:innen, die steigenden Kosten aufgrund sinkender Textil-Qualität zu decken.
  2. Einführung von zwei verschiedenen Sammelschienen, eine für wiederverwendbare Textilien und eine für Produkte, die dem Recycling zugeführt werden.
  3. Unterstützung von Re-Use, insbesondere dann, wenn eine flächendeckende Textilsammlung nicht in zwei verschiedene Sammelschienen resultiert .
  4. Einführung einer Re-Use Quote.
  5. Gemeinsame Erstellung eines Konzeptes für die zukünftige Textilsammlung und damit einhergehend die Klärung von Zuständigkeiten und der Finanzierung.
  6. Anpassung der Landes-Abfallregelungen an die neue Verpflichtung der flächendeckenden Sammlung in der Novelle des Bundes-Abfallwirtschaftsgesetztes.
  7. Förderung von Recycling-Technologien.

Nachfolgend finden Sie die Input-Präsentation sowie die Ergebnisse der Gruppenarbeiten. Die vollständigen Ergebnisse des Workshops finden sich im Working Paper „Neue Konzepte und Finanzierungslösungen in der Textilsammlung“.

 

Input-Präsentation

Ergebnisse: Flächendeckende Textilsammlung

Ergebnisse: Erweiterte Herstellerverantwortung

Ergebnisse: Das Verhältnis von Re-Use und Recycling