Textilien

Nahgarn

Textilien stehen bei der Inanspruchnahme von Primärrohstoffen und Wasser (nach Lebensmittelherstellung, Wohnungsbau und Verkehr) an vierter und als Verursacher von Treibhausgasemissionen an fünfter Stelle (Europäische Umweltagentur 2019).

Schätzungen zufolge werden weltweit weniger als 1 % aller Textilien zu neuen Textilien recycelt (Ellen McArthur Foundation (2017), A new Textiles Economy).

Wertmäßig werden 60 % der Bekleidung in der EU anderswo hergestellt. Der Textilsektor in der EU besteht überwiegend aus KMU

 

Textilstrategie der Europäischen Kommission

Angesichts der Komplexität der Textilwertschöpfungskette und zur Bewältigung der damit in Zusammenhang stehenden Herausforderungen, plant die Europäische Kommission für 2021 die Veröffentlichung einer umfassenden EU-Strategie für Textilien. Ziele der Strategie sind laut Kommission die Stärkung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit und der Innovation in der Branche, der Ausbau des EU-Markts für nachhaltige und kreislauffähige Textilien, einschließlich des Markts für die Wiederverwendung von Textilien, der Umgang mit Fast Fashion und die Förderung neuer Geschäftsmodelle.

Weniger als

1 %

aller Textilien werden weltweit zu neuen Textilien recycelt

Dies soll durch ein umfassendes Maßnahmenpaket erreicht werden, das u. a. Folgendes umfasst: 

  • Anwendung des neuen Rahmens für nachhaltige Produkte auf Textilien, einschließlich der Entwicklung von Ökodesign- Maßnahmen, um sicherzustellen, dass Textilprodukte für die Kreislaufwirtschaft geeignet sind; Gewährleistung der Verwendung von Sekundärrohstoffen; Umgang mit dem Vorhandensein gefährlicher Chemikalien und Befähigung von Unternehmen und privaten Verbrauchern, nachhaltige Textilien zu wählen und einfachen Zugang zu Wiederverwendungs- und Reparaturdiensten zu erhalten;
  • Verbesserung des wirtschaftlichen und regulatorischen Umfelds für nachhaltige und kreislauffähige Textilien in der EU, insbesondere durch Anreize für Modelle des Typs „Produkt als Dienstleistung“kreislauffähige Materialien und kreislauforientierte Produktionsprozesse und deren Förderung sowie Steigerung der Transparenz durch internationale Zusammenarbeit;
  • Bereitstellung von Leitfäden zur Erreichung hoher Quoten bei der Getrenntsammlung von Textilabfällen‚ die die Mitgliedstaaten bis 2025 sicherstellen müssen;
  • Förderung der Sortierung, der Wiederverwendung und des Recyclings von Textilien, auch durch Innovation; Förderung industrieller Anwendungen und Regulierungsmaßnahmen wie erweiterte Herstellerverantwortung.

 

Quelle: Europäische Kommission (2020) Kreislaufwirtschaftsaktionsplan

Schattenstrategie der europäischen Zivilgesellschaft

 

Die europäische Zivilgesellschaft hat im April 2020 zur geplanten Textilstrategie der Europäischen Kommission eine Schattenstrategie veröffentlicht.

Die Unterzeichnerorganisationen fordern die EU dazu auf, die Entwicklung einer starken zirkulären Textil-, Bekleidungs-, Leder- und Schuhindustrie zu fördern und zu unterstützen, welche die Menschenrechte achtet, menschenwürdige Arbeitsplätze schafft und in ihrer gesamten Wertschöpfungskette, in der EU und darüber hinaus, hohe Umwelt- und verantwortungsvolle Governance-Standards einhält.

Die Schattenstrategie gibt Empfehlungen dazu ab, was die EU- Textilstrategie umfassen sollte. Sie enthält Vorschläge zu Sorgfaltspflichten (Due Diligence), produktpolitischen Rahmenbedingungen, Verschwendung, unlauteren Handelspraktiken, internationalem Handel, Unterstützung der Erzeugerländer, alternativen Geschäftsmodellen und zu einer Multi-Stakeholder-Plattform.

Joint Publication (2020) European Civil Society Strategy for Sustainable Textile, Garments, Leather and Footwear

 

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