Kunststoffe

Kunststoffe sind aus unserem Alltag nicht wegzudenken, aber die Verwendung von Kunststoffen braucht Regeln. Der wachsende Kunststoffverbrauch führt zu immer größeren Mengen an Kunststoffabfällen – EU-weit waren es 2014 etwa 26 Mio. Tonnen. Bis zu 500.000 Tonnen davon landen jährlich in unseren Meeren. In manchen Regionen befindet sich inzwischen sechsmal mehr Plastik im Wasser als Plankton. Ein großer Teil davon sind Verpackungsmaterialien. Viele davon werden nur einmal genutzt, bevor wir sie wegwerfen. Einmal weggeworfen, zersetzen sich nicht recycelte Kunststoffe erst nach Hunderten von Jahren. Doch selbst wenn wir uns um eine Mülltrennung bemühen, ist es bei vielen der genutzten Verpackungen zurzeit noch schwierig bzw. unmöglich, sie zu recyceln. Hierzu gehören z.B. dunkle Lebensmittelbehälter, die von den Scans bei der Sortierung nicht erfasst werden können oder mit Kunststoff beschichtete Pappbecher für Kaffee. Der Großteil der Kunststoffabfälle in Europa landet noch auf Deponien oder wird verbrannt, nur knapp 30% werden in der EU recycelt. Eine Kreislaufwirtschaft gibt es bei Kunststoffen so gut wie nicht. Zwar gibt es vereinzelt Regelungen, bislang fehlt es aber an einem Gesamtkonzept. 

Plastikstrategie der Europäischen Kommission

Als Teil ihres Aktionsplans zur Kreislaufwirtschaft legte die Kommission daher Anfang 2018 ihre sogenannte Plastikstrategie vor. Damit sollen die von Kunststoffen ausgehenden Probleme entlang der gesamten Wertschöpfungskette und unter Berücksichtigung ihres gesamten Lebenszyklus bewältigt werden. Von der Rohstoffgewinnung bis zur Abfallentsorgung behandelt die Strategie alle Aspekte des Umgangs mit Kunststoffen. Erstmals sind auch alle AkteurInnen angesprochen, die mit Kunststoffen zu tun haben: von den ProduzentInnen über die KonsumentInnen bis hin zu Recyclingunternehmen und Kunststoff-Verbänden.

Themenschwerpunkt Kunststoffe:

Im 3. Quartal 2018 bieten wir einen Workshop zu unserem Themenschwerpunkt Kunststoffe an. 

 

Zu den Kernelementen der Strategie gehören:

  • Verbesserung des Produktdesigns: bis 2030 sollen alle in der EU in Verkehr gebrachten Kunststoffverpackungen wiederverwendet oder recycelt werden können

  • Reduktion von Einwegkunststoffen (z.B. Strohhalme, Chipstüten oder Schokoriegelverpackungen): ein entsprechender Legislativvorschlag soll von der Kommission noch im 2. Quartal 2018 vorgelegt werden

  • Entwicklung einheitlicher Vorschriften für die Bestimmung und Kennzeichnung kompostierbarer und biologisch abbaubarer Kunststoffe, Festlegung von Kriterien für ihre Verwendung

  • Eindämmung der Umweltverschmutzung durch Mikroplastik, u.a. Prüfung politischer Optionen zur Verringerung der unbeabsichtigten Freisetzung von Mikroplastik aus Reifen, Textilien und Farben 


Die Plastik-Strategie der Kommission ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Jetzt müssen auf die Worte Taten folgen: der Erfolg der Strategie hängt entscheidend von einer zügigen Umsetzung der geplanten Maßnahmen in europäisches und nationales Recht ab. Hier sind zunächst Rat und Parlament und am Ende der nationale Gesetzgeber gefragt. Dabei sollte an erster Stelle zukünftiger politischer Maßnahmen die Abfallvermeidung stehen. Denn 31 Kilo Plastikmüll pro EU-BürgerIn pro Jahr sind zu viel. Es gibt mit anderen Worten noch viel zu tun – wenn wir unsere Plastikabfälle wirklich in den Griff bekommen wollen, müssen wir auch hier in Österreich noch ambitionierter denken und handeln.

 

Weiterführende Informationen:

Europäische Kommission: Strategie für Kunststoffe

Europäische Kommission: Anhang der Strategie für Kunststoffe

Europäische Kommission: Eine europäische Strategie für Kunststoffe: Fragen und Antworten

Europäische Kommission: Factsheets 

Europäische Kommission: Vorschlag über Hafenauffangeinrichtungen

Europäische Kommission: Bericht über Oxo-Plastik

 

2014 sind EU-weit etwa

26 Mio. Tonnen Kunststoff-

abfälle angefallen.

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Bis 2030 sollen alle in

der EU in Verkehr gebrachten 

Kunststoffverpackungen 

wiederverwendet oder

recycelt werden können.