Kreislaufwirtschaft

Der signifikante Anstieg im globalen Verbrauch natürlicher Ressourcen und die daran gekoppelte Abfallmenge gehören zu den größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Die Ressourcen der Erde werden zunehmend knapper – das betrifft sowohl Rohstoffe also auch die Kapazität der Erde, Abfallprodukte des menschlichen Lebens aufzunehmen.

Die Frage, wie wir den Ressourcenverbrauch reduzieren und anfallenden Abfall sinnvoller verwerten können, hat in der gesellschaftlichen und politischen Debatte der letzten Jahre deutlich an Relevanz gewonnen und vielfältige Lösungsansätze hervorgebracht. Einer dieser Lösungsansätze ist das Konzept der Kreislaufwirtschaft, welches sich inzwischen in zahlreichen nationalen, regionalen und internationalen Strategien wiederfindet. Der Übergang von einer Linear- zu einer Kreislaufwirtschaft ist sowohl Gegenstand der UN-Nachhaltigkeitsziele als auch des Ende 2015 verabschiedeten Kreislaufwirtschaftspaketes der Europäischen Kommission

„Nur 9,1 % der Weltwirtschaft sind zirkulär“ – lautet das ernüchternde Ergebnis des Ende Jänner 2018 beim World Economic Forum in Davos präsentierten Circularity Gap Reports.

Wie funktioniert eine Kreislaufwirtschaft?

Im Wesentlichen zielt das Konzept der Kreislaufwirtschaft darauf ab, dass Rohstoffe innerhalb eines geschlossenen Kreislaufs wiedergenutzt und recycelt werden und am Ende kaum noch Abfälle entstehen. Damit unterscheidet es sich vom gegenwärtigen Wirtschaftssystem, das nach dem sogenannten Durchflussprinzip organisiert ist („take, make, consume and dispose“, auch als „lineare Wirtschaft“ bezeichnet). 

Um dieses Ziel zu erreichen, setzt das Konzept der Kreislaufwirtschaft  bereits beim intelligenten Design von Produkten und Werkstoffen an und umfasst den gesamten Lebenszyklus von Gütern und Dienstleistungen. Im Ergebnis  soll ein Produkt am Ende seines Lebenszyklus möglichst vollständig verwertet und die in ihm enthaltenen Rohstoffe zurückgewonnen werden können. In die Gesamtbetrachtung fallen auch Material-, Wasser- und Energiereduzierung während der einzelnen Produktionsschritte. 

Neue Geschäftsmodelle in der Kreislaufwirtschaft:

Der Verbraucher ist nicht mehr Käufer sondern Nutzer. Objekte werden gemietet, geteilt oder weiterverkauft. 

 

Vorteile für Umwelt, Soziales und Wirtschaft

Von einer Kreislaufwirtschaft verspricht man sich nicht nur eine deutliche Entlastung der Umwelt, sondern auch wirtschaftliche Vorteile. In dem Maß, in dem es gelingt, wertvolle Rohstoffe im Kreislauf zu halten sinkt die Abhängigkeit der Unternehmen von zunehmend teuren und oftmals schwankenden Rohstoffimporten. Die Senkung der Produktionskosten steigert die Wettbewerbsfähigkeit. Neue Geschäftsmodelle, Produkte, Dienstleistungen und damit auch Arbeitsplätze entstehen.

Der Übergang von einer Linear- zu einer Kreislaufwirtschaft erfordert eine umfassende Umgestaltung und Modernisierung unserer Wirtschaft, die nur dann gelingen kann, wenn sie von allen Teilen der Gesellschaft mitgetragen wird. Innovation auf allen Ebenen und ein vollkommen neues Ausmaß an Kooperation und Koordination entlang der gesamten Wertschöpfungskette sind gefordert: von der Rohstoffgewinnung über Produktdesign, Wiederverwendung und Recycling bis zur Verwertung, vom Geschäftsmodell bis zum KonsumentInnenverhalten. Die Einbindung, Information und Aufklärung aller AkteurInnen, speziell auch der KonsumentInnen, sowie die enge Zusammenarbeit zwischen Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft werden wesentliche Faktoren einer erfolgreichen Umgestaltung sein. Von der lokalen bis zur europäischen Ebene wird es stärker koordinierte Ansätze brauchen. Wenn wir das Potenzial der Kreislaufwirtschaft wirklich nutzen wollen, müssen die sozialen und ökologischen Aspekte dabei von Anfang an aktiv mitgedacht werden!

 

Kooperation und Koordination entlang der gesamten Wertschöpfungskette ist gefordert: von der Rohstoffgewinnung über Produktdesign, Wiederverwendung und Recycling bis zur Verwertung, vom Geschäftsmodell bis zum KonsumentInnenverhalten.